Die
Familie Malatesta wurde erstmals im zwölften Jahrhundert erwähnt. Seit dem späteren dreizehnten Jahrhundert waren sie unter anderem Herren von Rimini.
Ursprünglich stammten sie aus Verucchio oder Pennabili, das geht leider aus den Dokumenten nicht deutlich hervor. Die mächtigen Familienmitglieder wurden als Bürger Riminis seit dem frühen dreizehnten Jahrhundert bezeichnet. Zahlreiche Familienmitglieder scheinen heute aus dem einen oder anderen Grund in den Geschichtsbüchern und in verschiedenen Literaturen auf.
Dante erinnert in seiner
“Göttlichen Komödie” an
Mastin Vecchio, der Herr von Verucchio, oder an Gianciotto und Paolo, dem Blutbräutigam und dem Liebhaber von Francesca, die Protagonisten im V. Gesang „die Hölle“.
Aus dem XIII. und XIV. Jahrhundert, als sich die Macht der Malatesta-Familie immer weiter verbreitete und in allen benachbarten Städten immer schneller Schlösser und Burgen errichtet wurden, finden wir in der Stadt Rimini die Gemeindehäuser, die Kirche
des Heiligen Johannes der Evangelisten (auch Augustinerkirche genannt) mit einem prächtigen gotischen Glockenturm und einigen wertvollen Fresken von Künstlern aus der „Rimineser Schule“ aus dem 14. Jahrhundert sowie einen Teil der alten Santa Colomba-Kathedrale.
Das Castel Sismondo wurde im 15. Jahrhundert von Sigismondo Pandolfo Malatesta gegründet. Die Burg, an dessen Planung Malatesta persönlich teilnahm, wurde sowohl als Palast als auch als Festung konzipiert. Das Castel Sismondo verfügt über große, viereckige Türme und mächtige Mauern, die allerdings nur einen Teil der Originalstruktur darstellen.
Heute dient die Burg vor allem
kulturellen Veranstaltungen, Ausstellungen und Feierlichkeiten und sie zieht Bewunderer der Kunst und der Kultur sowie Touristen, die einen Badeurlaub in Rimini wählen, an.
Seit 1450 haben Künstler und Architekten des Hofes von Rimini den Auftrag ein weiteres großes Projekt der Herrschaft Malatesta zu vollenden-
den Malatesta-Tempel. Er wurde ausschließlich dem Heiligen Franziskus gewidmet und von Giotto im 14. Jahrhundert dekoriert.
Das Äußere entwarf
Leon Battista Alberti, innen jedoch sollte der traditionale gotische Stil der ersten zwei Kapellen beibehalten werden, worum sich Matteo de`Pasti und Agostino di Duccio zu kümmern hatten. Im Inneren befindet sich weiteres ein Fresko von Piero della Francesca sowie ein Kruzifix von Giotto, das noch in seiner ursprünglichen Form erhalten ist.